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ETF oder Bitcoin – Was ist besser in Deutschland?

ETF oder Bitcoin – Was ist besser in Deutschland?

GEOGLE | Deutsche Anleger sind traditionell vorsichtig und suchen nach Sicherheit. Der ETF-Sparplan ist seit Jahren der Goldstandard für den Vermögensaufbau. Doch die Inflation und die Niedrigzinsphase haben viele Menschen dazu gebracht, nach Alternativen wie Bitcoin zu suchen.

Die Entscheidung zwischen einem klassischen ETF und Bitcoin ist keine einfache Entweder-oder-Entscheidung. Beide Anlageklassen erfüllen völlig verschiedene Zwecke in einem Portfolio. Während ETFs auf Stabilität und breite Streuung setzen, bietet Bitcoin das Potenzial für massive Renditeerschnitte – gepaart mit ebenso hohem Risiko.

Es kommt letztlich auf Ihre persönlichen Ziele, Ihre Risikobereitschaft und Ihren Zeithorizont an. Wir vergleichen beide Optionen unter Berücksichtigung der steuerlichen Besonderheiten in Deutschland, damit Sie die richtige Wahl treffen können.

Der ETF: Der solide Fundament

Ein Exchange Traded Fund (ETF) ist ein börsengehandelter Indexfonds. Er bildet einen Aktienindex wie den MSCI World oder den DAX 1:1 nach. Damit kaufen Sie mit einer Anlage automatisch Hunderte von Unternehmen weltweit. Diese breite Streuung minimiert das Risiko, dass ein einzelnes Unternehmen Pleite geht und Ihr Geld vernichtet.

ETFs sind transparent, günstig und leicht verständlich. Sie eignen sich hervorragend, um Vermögen langfristig und mit geringem Aufwand aufzubauen. Für die meisten Deutschen ist der ETF-Sparplan der wichtigste Baustein der Altersvorsorge. Er bietet Zuversicht, dass die Weltwirtschaft langfristig wachsen wird.

Die steuerliche Behandlung ist ein weiterer Pluspunkt. Mit dem Freistellungsauftrag können Sie Gewinne bis zu 1.000 Euro pro Jahr steuerfrei realisieren. Darüber hinaus fallen die Abgeltungsteuer von 25 Prozent an. Das System ist einfach und automatisiert über den Broker abgewickelt.

Bitcoin: Das asymmetrische Potenzial

Bitcoin ist ganz anders. Es ist keine Beteiligung an Unternehmen, sondern ein dezentrales digitales Netzwerk. Das Angebot ist begrenzt auf 21 Millionen Coins. Diese Knappheit macht Bitcoin zu einem potenziellen Wertspeicher im Zeitalter von Geldpolitik und Inflation.

Die Renditechancen sind historisch gesehen unübertroffen, aber auch die Verluste können dramatisch sein. Bitcoin korreliert oft kaum mit dem Aktienmarkt. Das bedeutet, wenn Aktienkurse fallen, kann Bitcoin steigen oder stabil bleiben. Diese Eigenschaft macht es interessant zur Diversifikation.

Ein oft unterschätzter Vorteil von Bitcoin in Deutschland ist die Steuerfreiheit. Wenn Sie Ihre Coins länger als ein Jahr halten, ist der Verkauf komplett steuerfrei. Das ist ein massiver Vorteil gegenüber ETFs, bei denen Sie laufend Steuern auf Dividenden zahlen. Details zu dieser Regelung finden Sie in unserem Artikel Bitcoin steuerfrei nach 1 Jahr in Deutschland.

Risiko vs. Chance: Ein gewichtiger Unterschied

Der wichtigste Unterschied liegt im Risiko. Ein Welt-ETF ist sehr unwahrscheinlich, seinen Wert komplett zu verlieren. Selbst wenn die Weltwirtschaft eine schwere Krise durchmacht, erholen sich Aktien historisch gesehen meist wieder. Bei Bitcoin ist das theoretische Totalrisiko gegeben, falls die Technologie veraltet oder verboten wird.

Sie müssen sich fragen, wie Sie mit Schwankungen umgehen. Ein Rückgang von 20 Prozent ist beim Bitcoin-Chart normal, bei Aktien frightening für viele. Wer psychologisch nicht damit umgehen kann, dass sein Geld im Kurs um 50 Prozent fallen kann, sollte bei ETFs bleiben.

Wer jedoch junge Jahre hat und einen langen Zeithorizont von 10 bis 20 Jahren hat, kann eine kleine Allokation in Bitcoin in Betracht ziehen. Das Renditepotenzial ist höher, aber man muss das Risiko aushalten können. Eine Bitcoin Prognose für Investoren in Deutschland kann helfen, die möglichen Szenarien besser einzuschätzen.

Die Frage der Verwahrung

Bei einem ETF ist die Verwahrung einfach. Die Aktien liegen beim Depotführer oder einer Sonderverwahrung und sind dort durch Gesetze gesichert. Sie müssen sich keine Sorgen um Passwörter oder Hacken machen.

Bei Bitcoin sind Sie selbst für die Sicherheit verantwortlich ("Not your keys, not your coins"). Wenn Sie Bitcoin kaufen, müssen Sie lernen, wie man eine Wallet bedient. Das ist ein Hürde für viele Einsteiger. Es erfordert technisches Verständnis und Disziplin.

Um sicher zu sein, benötigen Sie oft eine Hardware Wallet. Unsere Übersicht zur Beste Krypto Wallet in Deutschland hilft Ihnen, das passende Gerät zu finden. Wer diesen Aufwand scheut, sollte bei ETFs bleiben oder über Krypto-ETPs nachdenken, die wie Aktien gehandelt werden (aber andere Steuerregeln haben).

Der Krypto-Sparplan als Brücke

Ähnlich wie beim ETF können Sie auch in Bitcoin einen Sparplan einrichten. Dies nennt man "Dollar-Cost-Averaging". Sie investieren jeden Monat einen festen Betrag, unabhängig vom Kurs. Das glättet die Einstiege und reduziert das Risiko eines Fehleinstiegs.

Viele deutsche Börsen bieten diesen Service mittlerweile an. Es ist eine entspannte Art, in Bitcoin zu investieren, ohne ständig auf den Kurs schauen zu müssen. Wie dies genau funktioniert und welche Anbieter gut sind, lesen Sie im Guide Krypto Sparplan in Deutschland – So funktioniert es.

Der Kauf: Wie kommen Sie an die Assets?

Den Kauf von ETFs können Sie bei fast jedem Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital in Sekunden erledigen. Es ist kinderleicht und oft kostenlos.

Der Kauf von Bitcoin erfordert einen Schritt mehr. Sie müssen sich zunächst auf einer Kryptobörse registrieren. Dort verifizieren Sie Ihre Identität und legen Geld an. Unsere Liste der Beste Krypto Börse Deutschland für Anfänger zeigt Ihnen sichere Anbieter für den Einstieg. Plattformen wie Coinbase oder Bitpanda sind hier führend.

Nach dem Kauf ist es ratsam, den Bitcoin von der Börse auf die eigene Wallet zu verschieben. Nur so haben Sie die volle Kontrolle. Wer noch nie Krypto gekauft hat, findet in unserem Artikel Wie starte ich mit Krypto in Deutschland? eine detaillierte Anleitung.

Fazit: Die Mischung macht's

Die Frage "Was ist besser?" lässt sich nicht pauschal beantworten. Für die sichere Altersvorsorge und den Hauptteil des Vermögens sind ETFs (ETF-Sparplan) in Deutschland der klare Sieger. Sie bieten Zuverlässigkeit und bewährte Renditen.

Bitcoin ist eine spekulative Ergänzung. Es kann die Rendite des Portfolios signifikant steigern, sollte aber nur einen kleinen Prozentsatz ausmachen (z.B. 5 bis 10 Prozent). Die steuerliche Freiheit nach einem Jahr macht Bitcoin für langfristige Investoren jedoch extrem attraktiv. Nutzen Sie die Vorzüge beider Welten.

Denken Sie daran, sich vorab über die Steuern zu informieren. Unser Krypto Steuer Deutschland – Kompletter Leitfaden bietet Ihnen dazu alle nötigen Informationen.

FAQ

Sollte ich ETFs verkaufen, um Bitcoin zu kaufen?
Nein, das ist kein ratsamer Rat. Versuchen Sie nicht, den Markt zu timen. Es ist besser, Ihr ETF-Depot zu halten und Bitcoin als neue zusätzliche Position aufzubauen.

Ist ein Krypto-ETF das Gleiche wie Bitcoin kaufen?
Nein. Ein Krypto-ETF (oder ETP) ist ein Wertpapier, das den Preis nachbildet. Sie besitzen keine echte Kryptowährung und haben oft nicht die Möglichkeit, die "Einjahresfrist" für die Steuerfreiheit zu nutzen.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Kryptowährungen und Aktien bergen Risiken.